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Root number
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494121 |
Semester
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FS2025 |
Type of course
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Exercise |
Allocation to subject
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German Language and Literature |
Type of exam
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Presentation |
Title |
Ergänzungskurs (Übung) LW I: Literature and the Humanities in the Digital Age |
Description |
Der immer weiter fortschreitende Prozess der Digitalisierung hat einschneidende Konsequenzen für die Produktion und Vermittlung kultureller Zeugnisse sowie für deren Aufarbeitung in den Geisteswissenschaften. So lassen sich heute mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Gedichte oder Kurzgeschichten schreiben, die auf Wunsch sogar den Stil einer bestimmten Person nachahmen. Gleichzeitig wird Literatur immer mehr in Medien rezipiert, die mit digitalen Computern verbunden sind. Auch für die Erforschung von Literatur und die Geisteswissenschaften allgemeiner ergeben sich neue Perspektiven: Mithilfe digitaler Methoden wie dem topic modeling, das in den Digital humanities erprobt wird, lassen sich Texte neu erschliessen.
Diese Entwicklungen werfen interessante Fragen auf: Welchen Status haben literarisch anmutende Texte, die von einem Large language model entwickelt wurden – können wir hier von Kreativität, ja sogar Kunst sprechen? Wie ist Autorschaft zu denken und vielleicht zu schützen, wenn Large language models den Stil einer Autorin ohne Weiteres nachahmen können? Welchen Einfluss haben die digitalen Medien auf die Rezeption literarischer Texte? Und in welchem Maß profitieren die Geisteswissenschaften wirklich von den digitalen Methoden?
Der Kurs stellt sich diesen Fragen im Blick auf die Produktions- und Rezeptionsbedingungen der Literatur und ihrer wissenschaftlichen Aneignung in Edition, Analyse und Interpretation. Besondere Berücksichtigung erfahren dabei die Auswirkungen auf traditionelle geisteswissenschaftliche Paradigmen wie Text- und Bildkritik, Hermeneutik und Lesekultur. Es werden Texte gelesen und diskutiert, die einerseits die traditionellen Paradigmen artikulieren, wie es bei Karl Lachmann, Aby Warburg, Hans-Georg Gadamer oder Hans Blumenberg der Fall ist, oder die aus literaturtheoretischer bzw. philosophischer Perspektive auf aktuelle Entwicklungen im Kontext der Digitalisierung eingehen.
Literatur:
- Fotis Jannidis (Hrsg.): Digitale Literaturwissenschaft. DFG-Symposion 2017. Berlin: J.B. Metzler 2023 (Germanistische Symposien. Berichtsbände), online: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-476-05886-7
- Franco Moretti: Distant Reading. Konstanz: Konstanz University Press 2016.
- Franco Moretti: Falsche Bewegung. Die Digitale Wende in den Literatur- und Kunstwissenschaften. Konstanz: Konstanz University Press 2022.
- Felix Stalder: Kultur der Digitalität. Berlin: Suhrkamp 2016.
- Melissa Terras, Julianne Nyhan und Edward Vanhoutte (Hrsg.): Defining Digital Humanities: A Reader. London und New York: Routledge 2012. |
ILIAS-Link (Learning resource for course)
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Registrations are transmitted from CTS to ILIAS (no admission in ILIAS possible).
ILIAS
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Link to another web site
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Lecturers |
Prof. Dr.
Michael Stolz, Institute of Germanic Languages and Literatures ✉
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Prof. Dr.
Claus Beisbart, Institut für Philosophie - Wissenschaftsphilosophie ✉
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ECTS
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3 |
Recognition as optional course possible
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Yes |
Grading
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1 to 6 |
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Dates |
Monday 14:15-16:00 Weekly
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Rooms |
Hörraum F 005, Hörraumgebäude Unitobler
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Students please consult the detailed view for complete information on dates, rooms and planned podcasts. |