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Root number
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515861 |
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Semester
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FS2026 |
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Type of course
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Seminar |
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Allocation to subject
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History |
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Type of exam
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not defined |
| Title |
The "banquet républicain" on September 3, 1986, at «Waldheim» Ostermundigen |
| Description |
Heidi und Peter Zuber lebten im «Waldheim» in Ostermundigen in der Nähe eines Barackenlagers, in dem geflüchtete Personen unterbracht wurden. Aus gegenseitigen Einladungen entstanden zwischen dem Ehepaar und den dortigen Bewohnenden erste Kontakte. In den 1980er-Jahren wurden Heidi und Peter Zuber aufgrund ihres Engagements für geflüchtete Personen national bekannt. Sie versteckten unter anderem von der Ausschaffung bedrohte Menschen und gründeten die Bewegung «Aktion für ab-gewiesene Asylbewerber». Von den lokalen und kantonalen Behörden wurde ihr Wirken geduldet.
Das Ehepaar war bestens vernetzt. Regelmässig fanden etwa Treffen mit dem Flüchtlingsbeauftragten des Bundes Peter Arbenz statt. Das Wirken des Ehepaars polarisierte: Sie wurden angezeigt und erhielten zahlreiche Morddrohungen, aber auch eine Ehrung der theologischen Fakultät der Universität Bern sowie den «Preis für Menschlichkeit» der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus. Im Jahr 2016 benannte Ostermundigen eine Strasse nach dem 1999 verstorbenen Peter Zuber.
Im Seminar rücken wir insbesondere ein Ereignis in den Fokus. Am 3. September 1986 versammelten sich im «Waldheim» Vertreter:innen aus politischen und intellektuellen Kreisen zu einem banquet républicain. Diese Veranstaltung griff laut Jonathan Pärli eine französische Tradition aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf, die sich gegen das damals herrschende Versammlungsverbot und das Zensuswahlrecht richtete. Das veranstaltete banquet war sehr erfolgreich: Obwohl kurzfristig eingeladen wurde, erschie-nen statt der erwarteten 50 etwa 130 nicht selten öffentlich bekannte Personen und generierten dadurch eine beträchtliche Öffentlichkeit für den Fall der auszuschaffenden zairischen Familie Kambua.
Diese Lehrveranstaltung analysiert den historischen Kontext, den Ablauf und die Rezeption dieses banquet républicain sowie seine politischen und kulturellen Nachwirkungen. Neben der Auswertung schriftlicher, allenfalls auch audiovisueller und mündlicher Quellen steht die Diskussion über das Verhält-nis von politischem Protest, Medien und Öffentlichkeit im Zentrum.
Ziel ist es, dass sich die Studierenden mit dem banquet républicain vom 3. September 1986 und seinen Folgen auseinandersetzen und eine Veranstaltung mitkonzipieren, die sich an eine breitere Öffentlichkeit richtet. Stattfinden wird dieser Anlass voraussichtlich im September 2026. Die Form ist noch offen, denk-bar wäre etwa eine Führung vor Ort oder eine Abendveranstaltung in Ostermundigen.
Die Lehrveranstaltung eignet sich besonders für Studierende, die das Kursprogramm mitprägen und dafür Verantwortung übernehmen wollen und zugleich gerne selbständig arbeiten. Wer sich für dieses Seminar einschreibt, verfügt folglich über die Bereitschaft und Fähigkeit
• sich selbständig einzuarbeiten und einen bestimmten Aspekt der Thematik im Unterricht zu prä-sentieren;
• regelmässig und pünktlich an der Lehrveranstaltung teilzunehmen;
• Gruppen- und Individualaufträge fristgerecht und sorgfältig zu erledigen;
• sich gänzlich auf den Unterricht einzulassen (kein Checken von E-Mails, SMS oder Social Media);
• nach Möglichkeiten im September 2026 an der öffentlichen Veranstaltung in Ostermundigen teilzunehmen;
• sich mit komplexen und belastenden Inhalten auseinanderzusetzen. |
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ILIAS-Link (Learning resource for course)
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Registrations are transmitted from CTS to ILIAS (no admission in ILIAS possible).
ILIAS
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Link to another web site
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| Lecturers |
PD Dr.
Francesca Kathrin Falk, Institute of History, Migration History ✉
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ECTS
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7 |
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Recognition as optional course possible
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No |
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Grading
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1 to 6 |
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| Dates |
Monday 16:15-18:00 Weekly
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| Rooms |
Seminarraum F -121, Hörraumgebäude Unitobler
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| Students please consult the detailed view for complete information on dates, rooms and planned podcasts. |