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Root number
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516009 |
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Semester
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FS2026 |
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Type of course
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Course |
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Allocation to subject
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German Language and Literature |
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Type of exam
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Seminar paper |
| Title |
Vertiefungskurs/Aufbaukurs LW II: Humor in literature from the 18th to the 21st century |
| Description |
„Komik zu analysieren ist wie einen Frosch zu sezieren. Es interessiert die wenigsten – und der Frosch stirbt dabei.“ (E.B. White) Deshalb ganz auf die Analyse zu verzichten, wäre jedoch problematisch, da Komik in der Literaturgeschichte seit der Antike eine zentrale Rolle spielt. Ihre Funktionen können ganz verschieden sein: Mal werden auf satirische Weise gesellschaftliche Missstände kritisiert; mal dienen humoreske Einlagen der Sympathielenkung; mal wird der Lust am Unsinn freier Lauf gelassen, die in einer durchrationalisierten Gesellschaft der Verdrängung unterliegt. Seit jeher bietet die Komödie all jenen Aspekten des Lebens eine Bühne, die das souveräne, vernünftige Subjekt aus seinem Selbstbild ausgrenzen muss: Tollpatschigkeiten, niederen Gelüsten, aufsässigen Körpern, die stolpern, stürzen oder sich unangemessen verhalten. Wie Michail Bachtins Theorie der karnevalisierten Literatur aufgezeigt hat, kann Lachen eine machtkritische, anarchische Kraft entfalten, die soziale Autoritäten destabilisiert und den finsteren Ernst einer einzigen, monologischen Wahrheit zugunsten einer fröhlichen Vielstimmigkeit aufbricht. Umgekehrt gibt es auch repressive Formen des Witzes, die bestimmte Gruppen abwerten und so gesellschaftliche Hierarchien zementieren. Mit der Inkongruenz-, der Überlegenheits- und der Entlastungstheorie existieren verschiedene Erklärungsansätze zur Funktionsweise von Komik.
Im Seminar wollen wir die Komik ernst nehmen und auf ihre ästhetischen, politischen und gesellschaftlichen Aspekte hin befragen. Zudem soll auch untersucht werden, wie sich Humor zu Affekten wie Angst, Scham und Trauer verhält, die einem das Lachen – zumindest auf den ersten Blick – vergehen lassen. Dazu analysieren wir diverse literarische Texte und einzelne Filmbeispiele vor dem Hintergrund soziologischer, philosophischer, gendertheoretischer und psychoanalytischer Komik-Theorien.
Literatur
- Michail Bachtin: Literatur und Karneval. Zur Romantheorie und Lachkultur. Übersetzt von Alexander Kaempfe. Frankfurt a. M.: Fischer 1990.
- Wolfgang Preisendanz und Rainer Warning (Hrsg.): Das Komische. Poetik und Hermeneutik, Bd. 7. München: Fink 1976.
- Uwe Wirth (Hrsg.): Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: Metzler 2017. |
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ILIAS-Link (Learning resource for course)
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Registrations are transmitted from CTS to ILIAS (no admission in ILIAS possible).
ILIAS
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Link to another web site
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| Lecturers |
Dr.
Aglaia Sophia Kister, Institute of Germanic Languages and Literatures ✉
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ECTS
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0 |
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Recognition as optional course possible
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Yes |
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Grading
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1 to 6 |
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| Dates |
Thursday 10:15-12:00 Weekly
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| Rooms |
Seminarraum F -111, Hörraumgebäude Unitobler
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| Students please consult the detailed view for complete information on dates, rooms and planned podcasts. |