518051-FS2026-0-Astrology, Alchemy, Magic: Science in the Early Modern Period





Root number 518051
Semester FS2026
Type of course Exercise
Allocation to subject History
Type of exam not defined
Title Astrology, Alchemy, Magic: Science in the Early Modern Period
Description In den letzten Jahren ist durch neue Impulse und innovative Ansätze die Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit zu einer der dynamischsten Disziplinen in der Frühneuzeitforschung herangewachsen. Wissenschaft und Wissensgewinnung in der Frühen Neuzeit war nie ein streng säkulares oder ein rein intellektuelles bzw. elitäres Hinterfangen, sondern eine Beschäftigung, die stark religiös begründet sein konnte und von handwerklichen, künstlerischen und sogar häuslichen Tätigkeiten geprägt war. Die bahnbrechenden Arbeiten von Wissens- und Wissenschaftshistoriker*Innen, wie Pamela Smith, Pamela O. Long, Simon Schaffer oder Elaine Leong, haben aufgezeigt, dass nicht nur die Bildungselite sondern auch Frauen, Handwerker*Innen und Bedienstete an der Gewinnung von neuem Wissen über den Kosmos, die Natur und den Menschen beteiligt waren. Zudem waren die frühneuzeitlichen Grenzen zwischen Wissenschaft und weitgehend kontroversen oder (häufig) umstrittenen Disziplinen, wie der Alchemie oder der Wahrsagerei, extrem porös.

Die Übung hat das Ziel, ältere Meistererzählung über das Aufkommen von Wissenschaft im Europa der Renaissance und der Frühen Neuzeit zu hinterfragen. Dabei werden teleologische Narrative über den angeblichen „Triumph“ der Wissenschaft über Religion, Magie und Aberglaube revidiert sowie ein „demokratischeres“ Bild frühneuzeitlicher Wissensgewinnung skizziert werden, in dem nicht nur „grosse Männer“ sondern auch marginalisierte, unsichtbare und vergessene Akteure eine prägende Rolle gespielt haben. Ebenfalls sollen eurozentrische Narrative über die Entstehung einer „westlichen“ Wissenschaft infrage gestellt werden. Zwar wird sich der erste Teil des Kurses hauptsächlich dem europäischen Kontext widmen, jedoch sollen Themen wie Astrologie, Botanik und Medizin in kolonialen und imperialen Kontexten sowie die Bedeutung von go-betweens und nicht- europäischen Traditionen nicht übersehen werden. Der Kurs wird zudem die Studierenden an „traditionelle“ sowie weniger konventionelle Quellen zur Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit heranbringen, wie zum Beispiel Rezept- und Kochbücher, Kunstbücher, nichtschriftliche Quellen (visual und material culture) und Methoden der Historical Reconstruction. Die Studierende werden besonders dazu eingeladen werden, zu reflektieren, wie das Miteinbeziehen dieser Quellen unser Bild der frühneuzeitlichen Wissenschaftsgeschichte verändern und revidieren kann.

Erste Erfahrungen mit Paläographie sind willkommen, werden aber nicht vorausgesetzt. Eine Bereitschaft, Sekundärliteratur auf Englisch zu lesen, wird vorausgesetzt. Leistungsnachweise können gerne auf Deutsch oder Englisch verfasst werden.

Die Übung wird durchgeführt durch Dr. Lavina Gambini
ILIAS-Link (Learning resource for course) Registrations are transmitted from CTS to ILIAS (no admission in ILIAS possible). ILIAS
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Lecturers Dr. Lavinia GambiniInstitute of History, Old Swiss History 
ECTS 5
Recognition as optional course possible Yes
Grading 1 to 6
 
Dates Monday 16:15-18:00 Weekly
 
Rooms Seminarraum F 011, Hörraumgebäude Unitobler
 
Students please consult the detailed view for complete information on dates, rooms and planned podcasts.