| Description |
Das IRS-Meeting stellt die Neuauflage der vormaligen IRS-Sozietät dar. Dabei geht es im Meeting der Interreligiösen Studien in zweifacher Weise um «Begegnungen»:
Zum einen wird in dieser Veranstaltung das «Inter» des Interreligiösen grossgeschrieben, was sich darin äussert, dass sich Judentum, Christentum und Islam in einem sie verbindenden Thema im Meeting komparativ begegnen. Zum anderen soll das IRS-Meeting als Begegnungsraum für die IRS-Studierenden dienen, die sich unter dem oben genannten Thema einmal im Monat begegnen, kennenlernen, gemeinsam diskutieren und Anliegen austauschen können.
Für viele Jüdinnen und Juden begründet sie traditionell den Ursprung des sog. Tempelbergs in Jerusalem (הַר הַבַּיִת / Har ha-Bajit), viele Christinnen und Christen sehen in ihr ein alttestamentliches «Foreshadowing» des Kreuzestodes Jesu und für viele Musliminnen und Muslime ist sie der Anlass des alljährlichen Opferfestes (عيد الأضحى Īd al-ʾAḍḥā), einem der höchsten islamischen Feste und ebenso Höhepunkt der Hadsch (Pilgerfahrt). Doch für alle drei der sog. abrahamitischen Religionen stellt sie die wohl herausforderndste, rätselhafteste Erzählung ihrer heiligen Texte (Gen 22,1–19 und Sure 37, 99–113) dar: GOTT fordert Abraham/Ibrahim auf, seinen Sohn zu opfern, was erst (Spoiler-Warnung) last minute abgewendet werden kann.
Diesem kontroversen, durchaus abgründigen Narrativ, das in seinen Gemeinsamkeiten Judentum, Christentum und Islam vereint, aber in seinen unterschiedlichen Elementen, Deutungen und Funktionen auch voneinander trennt, wollen wir uns in diesem Herbstsemester widmen.
In vier, einmal monatlich stattfindenden Sitzungen sollen die jeweilige jüdische, christliche und islamische Perspektive als auch die interreligiöse und religionsphilosophische Sicht kennengelernt, verglichen und diskutiert werden. Dabei sollen anhand kurzer Texte aus Tanach (Gen 22,1–19), Neuem Testament (vsl. Hebräer 11) und dem Koran (Sure 37, 99–113) und ggf. aus Sekundärliteratur der Interreligiösen Studien Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Darstellungen, der Rezeptionsmotive und der theologischen Verwendung der Figur der Akedah der grossen monotheistischen Religionen erarbeitet werden.
Das IRS-Meeting wird in diesem Herbstsemester angeboten von Christoph Kerwien, Assistent und Doktorand Interreligiöse Studien.
Veranstaltungsdaten:
Mittwoch, 30.09.26 18:15–20:00; Fokus: Die Akedah (Gen 22,1–19) in der Tora (Judentum)
Mittwoch, 28.10.26 18:15–20:00 Fokus: Die Deutung der (beinahe) Opferung Isaaks im Neuen Testament (vsl. Hebräer 11) (Christentum)
Mittwoch, 25.11.26 18:15–20:00 Fokus: Die (beinahe) Opferung des Sohnes von Ibrahim im Koran (Sure 37, 99–113) (Islam)
Mittwoch, 16.12.26 18:15–20:00 Interreligiöses Synthese-Meeting und religionswissenschaftliche, philosophische, historische und politische Ansätze |